Der Fall Wilhelm Reich

Teil 1: Reich, die CIA und MKULTRA
Der Film des Österreichers Antonin Svoboda kommt Anfang September in die Kinos. Er zeichnet ein emotional anrührendes, aber ungenaues Bild des umstrittenen Pioniers der Psychoanalyse. Auseinandersetzungen Wilhelm Reichs mit Freud, Marx und dem Faschismus werden fast völlig übergangen. Dafür wartet Svoboda mit einer neuen Verschwörungstheorie auf: Reich wäre in MKULTRA, das Gehirnwäsche- und Folterforschungs-Programm der CIA, verstrickt gewesen, „Manchurian Candidate“ und „Fletchers Visionen“ lassen grüßen… weiterlesen (Quelle: Thomas Barth – 04.09.2013 – Heise)

Teil 1 Fortsetzung: Orgon und MKULTRA
Diesem großen Gefühlskino unterlegt ist eine hochbrisante Geheimdienststory, in deren Zentrum als Widersacher Reichs der Psychiater Dr.Cameron steht. Historische Tatsache ist, dass Cameron sich als Präsident der US-Psychiatervereinigung A.P.A. persönlich für die Kriminalisierung Reichs einsetzte. Der Clou von Svobodas Story: 40 Jahre später erfuhr man, dass Cameron damals Chef des streng geheimen MKULTRA-Programms der CIA war, bekannt auch als „Projekt Artischocke“. Dort wurden verbrecherische Menschenexperimente aus dem KZ Dachau fortgesetzt, deren führender Nazi-Arzt, der stellvertretende Reichsärzteführer Dr. Kurt Blome, dafür eigens amnestiert und angeworben worden war… weiterlesen (Quelle: Thomas Barth – 04.09.2013 – Heise)

Teil 2: Psychoanalyse und Todestrieb
Freud sah in Reich seinen begabtesten Schüler, der Libidotheorie, Sexualwissenschaft und den Begriff der psychischen Gesundheit entfaltete. Selbst für orthodoxe Freudianer bleibt Reichs „Charakteranalyse“ ein Basiswerk ihrer Lehre. Reich verwissenschaftlichte die psychoanalytische Behandlungstechnik und formulierte Grundlagen psychotherapeutischer Methoden überhaupt. Viele seiner Ideen wurden nach seiner Ausschließung aus den Zirkeln der Psychoanalyse von anderen Analytikern übernommen – fast immer ohne auf ihren verfemten Urheber hinzuweisen… weiterlesen (Quelle: Thomas Barth – 08.09.2013 – Heise)

Teil 2 Fortsetzung: Totgeschwiegen und plagiiert: Reich bei den Freudianern
Der Reichianer Boadella sieht allerdings bei Rycroft nur Oberflächlichkeit und Unverständnis gegenüber Reichs Lehre (Boadella S.281). Dabei war Rycroft immerhin einer der wenigen orthodoxen Psychoanalytiker, die sich überhaupt dazu herabließen, dem verfemten Wilhelm Reich ihre Aufmerksamkeit zu widmen… weiterlesen (Quelle: Thomas Barth – 08.09.2013 – Heise)

Teil 3: Vom Freudo-Marxismus zu Sexpol
Wilhelm Reich politisierte die Psychoanalyse zur sexuellen Aufklärung und kämpfte gegen die Verbote von außerehelichem Sex, Verhütung, Abtreibung, Masturbation und gegen autoritäre und repressive Erziehung. Reich gewann dafür zunächst Arbeiterbewegung und KPD als Verbündete. Die Zunft der etablierten Psychoanalytiker wollte seine Sexualpolitik nicht unterstützen und nicht einmal seinen Kampf gegen den Nazi-Faschismus. Die Freudianer grenzten Reich aus, doch nicht nur sie. Auch eine unter Stalins Einfluss prüde gewordene KPD schloss ihn aus der Partei aus… weiterlesen (Quelle: Thomas Barth – 12.09.2013 – Heise)

Teil 3 Fortsetzung: Psychoanalyse und Nazi-Faschismus
1930 befand sich der bereits mit seinem Kieferkrebs kämpfende Freud auf dem Gipfel seines Ruhmes, nahm den Goethepreis der Stadt Frankfurt entgegen und machte sich Hoffnungen auf einen Nobelpreis (Köhler S.58). Ein Wilhelm Reich, der sich als politischer Psychoanalytiker erst in Wien, dann in Berlin profilierte, kam ihm daher sehr ungelegen. Zudem galt Reich mit seiner Orgasmuslehre inzwischen als Dissident – Freuds engerer Zirkel wollte ihn loswerden. Doch Reich stand nicht allein, war vielmehr einer von zwei führenden Köpfen der Fraktion der Linksfreudianer. Der andere war sein Freund Otto Fenichel, der mit seinen geheimen Rundbriefen der eigentliche Organisator der marxistisch orientierten Junganalytiker war… weiterlesen (Quelle: Thomas Barth – 12.09.2013 – Heise)

Teil 4: Orgon, Ufos und Paranoia
Die Bioenergetik des Reich-Schülers Alexander Lowen entwickelte Reichs Ideen über die Psychologie und Sexualökonomie des Orgasmus weiter. Seine „Vegetotherapie“ findet heute in diversen Körpertherapien ihre Fortsetzung. Auf den ersten Blick phantastisch anmutende Erkenntnisse Reichs über die „Bione“ wurden später von der Biologie erneut entdeckt und unter dem Namen „Mikrosphären“ teilweise bestätigt. Auch die gerichtlich verfolgten und verbotenen Arbeiten aus der Reichschen Orgon-Forschung finden bis heute ihre Anhänger… weiterlesen (Quelle: Thomas Barth – 14.09.2013 – Heise)

Teil 4 Fortsetzung: Wahnsinn, Ufos und psychologische Kriegsführung
Viele Reich-Kommentatoren übernehmen diese Haltung, was weder von Sachverstand noch von Sensibilität zeugt: 1. Ginge es wirklich um eine psychische Erkrankung, ist nicht einsehbar, warum deren Verspotten weniger unmenschlich sein soll als etwa Spott gegenüber Blinden oder krebskranken Kindern. 2. Muss Reichs Aktivität im Zeitkontext bewertet werden. Ufos zu sehen war dort in den 50er-Jahren nichts wirklich Außergewöhnliches. Ihre Existenz galt einer breiten Öffentlichkeit der USA als real, die Regierung hatte ein großes Programm zur Erfassung ihrer Sichtungen gestartet, das berühmte „Project Blue Book“ (Rudolph S.33). Heute sieht man darin ein breit angelegtes massenpsychologisches Manöver zur Verschleierung von Testflügen experimenteller Flugkörper und zur Verwirrung der Sowjets… weiterlesen (Quelle: Thomas Barth – 14.09.2013 – Heise)

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